Auf der Getränkekarte des Italieners Bello Vero in Kitashirakawa gibt es nur einen einzigen Wein, den wir glasweise ausschenken: den Champagner. Grundsätzlich servieren wir Wein ausschließlich flaschenweise – beim Champagner aber machen wir eine Ausnahme, damit Sie ihn ganz unkompliziert ab einem Glas genießen können.

Die Marke wechselt täglich. Da der Inhaber jedoch eine Vorliebe für Bollinger hat, ist diese Maison an den meisten Abenden offen. Auch heute steht genau das auf dem Tresen: ein Glas Bollinger Special Cuvée.

Was ist eigentlich „Bollinger"?

Bollinger ist ein 1829 gegründetes Traditionshaus, dessen Keller im Ort Aÿ in der Champagne stehen. Stolz prangt die Jahreszahl „1829" auf dem Etikett. Es ist eines der wenigen großen Häuser, die bis heute in Familienhand sind, und bekannt für den britischen Royal Warrant, der seit 1884 über lange Zeit verliehen wurde.

Filmfans erinnern sich vielleicht: Es ist der Champagner, den James Bond immer wieder bestellt. Der berühmte Satz „Dom Pérignon oder Bollinger" geht auf die offizielle Partnerschaft zwischen 007 und Bollinger zurück, die nun schon über ein halbes Jahrhundert besteht.

Stilistisch lässt sich Bollinger auf zwei Eigenheiten zurückführen: Pinot-Noir-dominiert und erste Gärung im Holzfass (kleine Fässer). Diese in der Champagne seltene Machart ergibt eine fülligere Frucht, Toastnoten und einen reifen Eindruck von Nüssen und Brioche, der sich mit der scharfen Perlage zugleich entfaltet. Es ist eben kein bloß leichter, perlender Schaumwein – Bollinger hat ein Gewicht, das sich von vielen anderen Champagnern unterscheidet.

Der Luxus, Bollinger glasweise zu trinken

Ehrlich gesagt: Bollinger zu unserem Glasweise-Preis anzubieten, ist für uns schon ein kleiner Kraftakt. Champagner im Glas ist mittlerweile fast überall zu finden, aber sobald man auch das Haus selbst wählen möchte, wird es schwierig, diesen Preisrahmen zu halten.

Dass wir diesen Preis halten, hat keine komplizierte Begründung. Es ist schlicht der Wunsch des Inhabers: „Guten Champagner soll man unkompliziert ab einem Glas trinken können." Für die Abende, an denen eine ganze Flasche zu viel wäre, an denen man heute nur ein bisschen feiern möchte, sich am Anfang eines Treffens etwas gönnen will oder vor dem Essen mit etwas Klarem, Frischem beginnen mag – genau für solche Anlässe ist dieses Glas gedacht.

Das Coupe-Glas – die zweite Freude

Und noch eine Besonderheit möchten wir Ihnen ans Herz legen: die Form des Glases. Heute schenken wir in einem Coupe-Glas aus, dieser flachen, breit geöffneten Schale auf einem Stiel – eine Form, die man im modernen Alltag kaum noch sieht.

Heutzutage wird Champagner meist in der schlanken Flöte oder, in jüngerer Zeit, in tulpenförmigen Gläsern, die einem Weißweinglas ähneln, serviert. Um die Perlage lange zu halten und das Aroma aufsteigen zu lassen, sind diese Formen tatsächlich sehr sinnvoll.

Warum also ist das Coupe-Glas verschwunden? In Wahrheit war gerade das Coupe vom 17. Jahrhundert bis etwa in die 1960er Jahre das traditionelle Gefäß für Champagner. Im viktorianischen England, im Paris der Belle Époque, im Hollywood der Nachkriegszeit – die Schalentürme, die im Kino zu Champagnerpyramiden aufgebaut werden, bestehen alle aus Coupe-Gläsern.

Einst war Champagner ein besonderes Getränk des Adels und der gehobenen Gesellschaft. Im Schloss Versailles, in den Adelssalons des 19. Jahrhunderts, in der Ersten Klasse der großen Passagierschiffe – die Damen und Herren erhoben zum Anstoßen genau dieses flache, breite Glas mit dem feinen Stiel. Die Geste, es in die Handfläche zu nehmen und zu heben, war an sich schon ein Ritual.

Die Flöte setzte sich erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts durch. Aus Gründen von Perlage und Aromaerhalt ist das eine vernünftige Wahl, und heute schenken fast alle Lokale in Flöten aus. Wenn man Champagner aber nicht als bloßes Getränk, sondern als besonderen Schluck erleben möchte, passt das Coupe doch besser. Hält man die Nase über die weite Öffnung, entfaltet sich der dichte Duft des Bollinger augenblicklich; und allein das Betrachten der Bläschen am Rand der Schale verwandelt sich in einen kleinen Luxus.

Begleiter aus der Küche: vom leichten Antipasto bis zum kräftigen Gericht

Bollinger Special Cuvée ist Pinot-Noir-dominiert und besitzt einen gewissen Körper – das Schöne daran ist, dass dieser Champagner sich nicht auf eine Speisenkategorie festlegen lässt.

Vom Aperitif über das Hauptgericht bis kurz vor dem Dessert ein Glas durchgehend an der Seite zu haben – auch das ist eine Freude, die nur ein körperreicher Champagner wie Bollinger ermöglicht.

Champagner ist der einzige Wein, den wir bei uns glasweise ausschenken.
Die Marke wechselt täglich. An den meisten Abenden ist Bollinger Special Cuvée offen, doch was ausgeschenkt wird, hängt von der jeweils geöffneten Flasche ab.
Alle anderen Weine (rot, weiß, orange, schäumend) servieren wir ausschließlich in Flaschen. Fragen Sie am Tresen gern nach einer bestimmten Etikette.

Für ein Glas heute Abend: kommen Sie nach Kitashirakawa

Nach einem Spaziergang am Ginkaku-ji und dem Philosophenweg, ein Stück südlich entlang der Shirakawa-dōri, finden Sie unser Lokal. Von der Stadtbushaltestelle „Kitashirakawa" sind es zwei Minuten zu Fuß, vom Ginkaku-ji etwa 15 Minuten. Wir sind von Dienstag bis Sonntag von 13 bis 22 Uhr durchgehend geöffnet, sodass Sie sowohl am frühen Abend als auch spät in der Nacht mit einem Glas Champagner beginnen können.

Lassen Sie die Müdigkeit eines langen Spaziertages bei einem Glas Perlage, durch das Coupe-Glas hindurch betrachtet, in Ruhe verfliegen.

Adresse: Kitashirakawa Kubota-cho 64-17, Sakyo-ku, Kyoto
Öffnungszeiten: Di–So 13:00–22:00 (L.O. 21:30) / Montag Ruhetag
2 Minuten zu Fuß von der Bushaltestelle „Kitashirakawa" / ca. 15 Minuten vom Ginkaku-ji
Reservierung: Online-Reservierung / TableCheck oder Telefon 075-600-0740